Jan W. Amtrup

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Jan W. Amtrup (1999)
Maschinelles Dolmetschen mit Mehr-Ebenen Charts.
In Ausgezeichnete Informatik-Dissertationen. pp. 9-18. Teubner, Stuttgart, Leipzig, 1999.

Abstract

Das menschliche Sprachverstehen arbeitet inkrementell. Wir beginnen bereits, Teile der Äußerung eines Gesprächspartners zu verstehen, bevor dieser ausgeredet hat. Folglich muß ein System, von dem ähnlich natürliche Leistungen erwartet werden (etwa beim automatischen Simultandolmetschen), ebenfalls die Eigenschaft besitzen, Eingabe in kleinen Abschnitten verarbeiten zu können. Das in diesem Artikel vorgestellte System MILC (Machine Interpreting with Layered Charts) repräsentiert ein durchgehend inkrementelles Programm zur automatischen Übersetzung natürlicher, spontan gesprochener Sprache. Es basiert neben der Inkrementalität auf zwei weiteren Architekturprinzipien, nämlich der Intergiertheit der Wissensrepräsentation in einer Mehr-Ebenen-Chart, und der Uniformität der Verarbeitung mit Hilfe eines linguistischen Formalismus, der auf der Unifikation komplexer, getypter Merkmalstrukturen beruht.

MILC wurde anhand von fünf Terminabsprache-Dialogen getestet, und erzielt eine Erfolgsrate von 60\% approximativ korrekten Übersetzungen. Dabei operiert es lediglich um 17\% weniger effizient als eine vergleichbare nicht-inkrementelle Variante, und arbeitet in sechsfacher Echtzeit.